Franz Xaver von Schönwerth,
Prinz Roßzwifl
und andere Märchen
 

ans Licht gebracht von Erika Eichenseer im Auftrag der Schönwerth-Gesellschaft

Dr. Peter Morsbach Verlag, Regenburg
ISBN: 978-3-937527-32-1
Preis: 19,90 €
1. Auflage 2010, 17x24 cm, 296 Seiten mit 32 Illustrationen von Barbara Stefan (Regensburg)
Erscheinungsdatum:  sofort

 

 

 

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Ein armes Mädchen, jung und schön, lief des Weges und hätte beinahe einen Roßzwifl (Mistkäfer), der im Gangsteig lag, im Sprung zertreten. Er erbarmte sich des Tierleins, prallte zurück und verrenkte sich den Fuß. Da lag es und weinte und rief: „Wer wird jetzt zum Doktor laufen, ach! Und meine Mutter stirbt!“
„Setz dich auf mich!“ brummte der Roßzwifl. Das Mädchen erschrak und weinte noch mehr. Auf einmal brauste der Käfer unter ihr, er streckte seine Flügel aus, hob sie und trug sie wie der Blitz …

  • Neugierig geworden? ...
     
  • Sie können diese Geschichte vom verzauberten Mistkäfer gerne weiterlesen ...
     
  • in dem neuen Märchenbuch „Prinz Roßzwifl“ mit 136 authentischen Märchen aus der Sammlung von Franz Xaver von Schönwerth (1810 – 1886).
     
  • Schönwerths Nachlass gehört zu den bedeutendsten Beständen im deutschsprachigen Raum für das 19. Jahrhundert ... und seine Märchen eröffnen der Erzählforschung wie auch dem Liebhaber von Erzählungen spannende Perspektiven.
     
  • Mit der Herausgabe bisher meist unveröffentlichter Märchen macht Erika Eichenseer nicht nur den Märchenfreunden und der Schönwerth-Gesellschaft, sondern der ganzen Region ein wunderschönes Geschenk zum 200. Geburtstag des bedeutenden Sammlers.

Die Zauberwelt der Märchen hat auch in Altbayern ihren bunten Teppich ausgerollt. Mit dem sensationellen Fund von rund 500 bisher meist unbekannten Märchen, gesammelt von Franz Xaver von Schönwerth (1810-1886), öffnet sich ein ganz neues Bilderbuch mit verwunschenen Krähen, sprechenden Zaubervögeln, fischleibigen Wasserfräulein, moosbehangenen Holzweiblein, tapferen Prinzen, lebenden Steinen oder Verderben bringenden Hexen.

Die Geschichten für Jugendliche wie für Erwachsene zeigen nicht nur den unerschöpflichen Erzählschatz einer bayerischen Region, sondern bereichern die gesamte deutsche Märchenlandschaft. Wie der Roßzwifl (Mistkäfer) das Wertvollste, was er besitzt, sein Ei, in einen schützenden, wärmenden Kokon einpackt, so schließen auch diese Märchen das wertvolle alte Wissen um menschliche Entwicklung , Prüfung und Erlösung ein, das Hörer, Leser oder Erzähler von heute ent-hüllen und für sich persönlich nutzen können.

Die Neugierde auf diese neu entdeckten Märchen ist groß. Das Zuhören versetzt Jung und Alt auch heute noch in die Tiefen der eigenen Kindheit und in die Höhen des bloßen Staunens, schenkt uns eine klare Welt abseits von Materiellem oder Schädlichem, schenkt uns lautere Freude.

Nirgendwo in ganz Deutschland ist umsichtiger, voller und mit so leisem Gehör gesammelt worden…“ (Jacob Grimm über Schönwerth 1885).

zur Autorin und Grafikerin

Eichenseer Erika

Wer Erika Eichenseer (geb. 1934)sagt, denkt unweigerlich an Bräuche, Trachten, Mundartdichtung, Laientheater in der Oberpfalz - und natürlich an Franz Xaver von Schönwerth, den bedeutenden Volkskundler, Sprachforscher und Sammler der Alltags- und Erzählkultur seiner Heimat. Seit Jahren beschäftigt sich die Herausgeberin mit viel Liebe, Akribie und Einfühlungsvermögen mit dessen unerschöpflichem Nachlass und entdeckt dabei immer wieder unbekannte Seiten der Volkskultur in der Oberpfalz.

Nun hat die ehemalige Heimatpflegerin des Bezirks Oberpfalz die Schatztruhe von Franz Xaver von Schönwerth neu geöffnet und bringt daraus die schönsten, meist unbekannten Märchen ans Licht. Damit macht Erika Eichenseer nicht nur der Schönwerth-Gesellschaft, sondern auch der ganzen Region ein wunderschönes Geschenk zum 200. Geburtstag des großen Forschers.  

Barbara Stefan

Schwarze Tinte auf Papier, sonst nichts und umso intensiver: Der Regensburger Zeichnerin Barbara Stefan gelingt es, in kunstvollen Momentaufnahmen die Sage, das Märchen, das Fühlen und Handeln der Akteure, ihre Erwartungen, ihren Kummer und ihre Freude zu verdichten. Schwarz-weiß werden sie schonungslos charakterisiert und real surreal lebendig. Die flächigen Bilder, zurückgenommen, fast holzschnittartig, bekommen in ihrer Aussage eine hintergründige Tiefendimension und zeigen auf einen Blick das Wesentliche. Die verwunschene Krähe, mit Hunderten von Federstrichen mit dem Reiter gefangen in der Zeit, die satt-zufriedenen Schweine, geborgen im liebevoll gestalteten Kokon der großen Rübe, das goldene Haar, das vor dem undurchdringlich schraffierten Hintergrund dem verkleideten Gärtner zum festen Band zu seiner liebenden Prinzessin wird. Die neue Illustrationssprache von Barbara Stefan macht das vorliegende Märchenbuch von Schönwerth auch zu etwas Besonderem. (Dr. Maria Baumann).

Barbara Stefan, geb. 1966, studierte Grafik und Illustration an der Fh Würzburg. Sie lebt und arbeitet in Regensburg.

 

Grußwort des Präsidenten der Schönwerth-Gesellschaft

(frei ab Montag, den 06 12.2010, 19.00 Uhr - es gilt das gesprochene Wort)

Anrede,

Das Schönwerth-Jahr 2010 geht seinem Ende entgegen – heute dreht es allerdings nochmal so richtig auf !  Zu diesem Paukenschlag begrüße auch ich Sie namens der Schönwerth-Gesellschaft sehr herzlich.

Mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus Vorstand und Beirat freue ich mich, dass sich eine stattliche Schar von Schönwerth-Jüngern zur Vorstellung des Märchenbuchs zusammengefunden hat.

Meine Damen und Herren,

vor gut eineinhalb Jahren haben wir in Amberg, Schönwerths Geburtsstadt vor 200 Jahren, unsere Gesellschaft gegründet, um das Andenken an den großen Volkskundler und Sprachforscher, Sagen- und Märchensammler zu fördern, sein ganzes Werk einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und damit zugleich die volkskundliche und die Märchen- und Sagenforschung zu unterstützen und der Erzählkultur einen neuen Anstoß zu geben.

Das war und ist zweifellos eine sehr anspruchsvolle Zielsetzung, weist das Schönwerthsche Oeuvre doch einerseits einen beträchtlichen Umfang hinsichtlich seiner Themenfelder und auch seines räumlichen Bezugs auf und war es zum anderen einer breiteren Öffentlichkeit leider gar nicht mehr so recht geläufig.

Mit einer Vielzahl ganz unterschiedlicher – eigener oder angestoßener und unterstützter oder jedenfalls bekannt gemachter – Aktivitäten waren wir bemüht, dem Schaffen des großen Oberpfälzers gerecht zu werden und es – auch und gerade in seiner Identität stiftenden Bedeutung für die Oberpfalz – ins allgemeine Bewusstsein zu heben. Daß es daneben auch manche ganz eigenständige Schönwerth-Unternehmung gab und gibt, freut uns: Hauptsache, das Andenken an Schönwerth und sein Werk wird gefördert.

Nach einprägsamen Heften für Schüler und Lehrer, einer wertvollen CD des Bayerischen Rundfunks, einem wissenschaftlichen Symposium, Kranzniederlegung am Münchner Grab und glanzvollem Festabend am 200. Geburtstag und einem Märchen- und Sagentag im Oberpfälzer Freilandmuseum - um nur einige, von einer Vielzahl von Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen, volksnahen Abenden und laufenden Beiträgen in den Medien begleitende Aktivitäten zu nennen – kommen wir heute zu einem weiteren Höhepunkt, der Vorstellung des von Frau Erika Eichenseer im Auftrag der Schönwerth-Gesellschaft  herausgegebenen Märchenbuchs mit dem zweifellos zu Neugier und Schmunzeln anregenden Titel  „Prinz Roßzwifl und andere Märchen“.

Dieses Ereignis, das wir heute gemeinsam feiern, ist Anlaß zu Freude und Erleichterung, vor allem aber auch zu herzlichem Dank an alle, die dieses Werk, seine Entstehung und Veröffentlichung, ermöglicht haben.

Da ist zunächst natürlich Erika Eichenseer zu nennen: Du, liebe Erika, hast

-  aus tiefer Zuneigung und Begeisterung für Schönwerth und sein Werk,
-  beharrlich und in nimmermüdem Eifer,
-  mit hervorragender Sachkenntnis und einfühlsamem Vorgehen
uns alle und Dich selbst mit diesem Buch großartig beschenkt.

Herzliche Gratulation und Dank dafür Dir und auch den in Deinem Geleitwort genannten Persönlichkeiten und fachlichen und künstlerischen Mitstreitern, zu denen ich freilich  auch ganz besonders Dich, lieber Adolf, zählen möchte, der Du ja das Schönwerth-Jahr wesentlich gestaltet und auch das Werden des Märchenbuchs tatkräftig begleitet hast. 

Gerne hat hier die Schönwerth-Gesellschaft eine „tragende Rolle“ - gewissermaßen als Basis, Rahmen und Rückhalt - übernommen: Die Gesellschaft ist Auftraggeber gegenüber der Herausgeberin Erika Eichenseer und Vertragspartner der Illustratorin und des Verlags.  Herrn Dr. Morsbach und Frau Stefan bei dieser Gelegenheit herzlichen Dank für die reibungslose Zusammenarbeit und insbesondere für die Ergebnisse. Unserer Gesellschaft sind auch zunächst die finanziellen Fördermittel zugeflossen, die wir dann für die Realisierung des Buchs einsetzen konnten.

A propos Förderung: 
Aufrichtiger Dank gebührt E.ON Bayern für großzügige Unterstützung beim Märchenbuch und bei vielen anderen Gelegenheiten – bis hin zur heutigen Präsentation und Feier in Ihren Räumen. Sehr geehrter Herr Vorstandsvorsitzender Barth, die Zusammenarbeit mit den Herren Schönhammer, Kolloch und Henzel war äußerst angenehm; E.ON Bayern war so ein echter „Partner des Schönwerth-Jahres“ und bewies eindrucksvoll seine regionale Verwurzelung und Kompetenz.

Wir danken ferner sehr dem Bezirk Oberpfalz, dem Sparkassenverband Bayern und einigen Oberpfälzer Sparkassen sowie der Ernst-Pietsch-Stiftung.

Verehrte Schönwerth-Freunde,

ich wünsche uns allen viel Vergnügen und erbauliche Stunden bei der Lektüre der größtenteils bisher unveröffentlichten Märchen einschließlich der sehr lesenswerten Schlußbetrachtung von Prof. Daniel Drascek. Ein dezenter Hinweis zur Advents- und Weihnachtszeit auf eine sehr schöne Geschenkidee soll hier nicht fehlen. Dieser Appell ist auch deshalb gerechtfertigt, weil Märchen ja längst wieder „in“ sind – für alle Altersgruppen und Bevölkerungskreise, national und international – sicher auch als Gegengewicht zu unserer ökonomisierten  und technisierten Welt. Mit dem Griff zu unserem Märchenbuch liegen also alle ganz richtig!

Meine Damen und Herren,

in den Märchen begegnet uns eine herausragende Facette des Schönwerthschen Werks. Dabei ist uns natürlich bewusst, dass ihm darüber hinaus auch und gerade als Volkskundler, als „Kulturwissenschaftler“ bleibende Bedeutung zukommt.

Diese umfassende Rolle wird die Schönwerth-Gesellschaft  weiterhin im Auge behalten: Schön, dass ja auch 2011 wieder ein „Schönwerth-Jahr“ ist, nämlich sein 125. Todestag. Wir haben noch einiges vor: Bitte fassen Sie das als Ankündigung, nicht als Drohung auf!

Meine Damen und Herren,

freuen wir uns, dass Schönwerth heuer – endlich – in seiner Oberpfalz angekommen ist, bleiben wir seinem vielfältigen Werk eng und aktiv verbunden! Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen am heutigen Nikolaustag noch einen anregenden Abend sowie für die nächsten Wochen eine besinnliche Adventszeit.

Dr. Wolfgang Kunert
Regierungspräsident a.D.
Präsident der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Gesellschaft

Begrüßung durch den E.ON-Vorsitzenden

Sehr geehrter Herr Bezirksrat Braun, meine Herren Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Kulturreferent Unger,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gäste!

Ein herzliches Grüß Gott Ihnen allen hier in der Unternehmensleitung von E.ON Bayern. Ich freue mich, dass Sie heute Zeit gefunden haben, um bei der Vorstellung des Buches „Prinz Roßzwifl und andere Märchen“ dabei zu sein und damit auch Ihr Interesse an Kultur, Brauchtum und Tradition in unserer Region bekunden. Übrigens finde ich es äußerst spannend, dass ein ordinärer Mistkäfer – denn nichts anderes ist der oberpfälzische „Roßzwifl“ – so viele Leute am Nikolausabend in seinen Bann zieht.

Doch die Sache ist sicher eine andere: Es geht ja heute um Märchen, die im 19. Jahrhundert von Franz Xaver von Schönwerth gesammelt und aufgezeichnet worden sind, die aber bis vor kurzem unentdeckt im Archiv des Historischen Vereins für Regensburg und die Oberpfalz lagen – bis sie von einer Frau entdeckt und veröffentlicht wurden. Begrüßen Sie mit mir ganz besonders – um in der Sprache der Märchen zu bleiben – zusammen mit ihrem Mann Adolf den „guten Geist“ der Schönwerth-Gesellschaft: Herzlich willkommen, liebe Erika Eichenseer!

Unser besonderer Willkommensgruß gilt natürlich auch Dr. Wolfgang Kunert, dem früheren Regierungspräsidenten der Oberpfalz, der als Münchner von dieser Region nicht lassen kann und die Franz Xaver von Schönwerth-Gesellschaft als Präsident führt. Herzlich willkommen, lieber Wolfgang Kunert!

Jeder von uns weiß aus seiner Kindheit, dass Märchen auch immer von gut gemachten Illustrationen leben, die die Phantasie noch mehr anregen. So ist es zu begrüßen, dass sich auch in den letzten Jahrzehnten renommierte Künstler aus der Oberpfalz mit der Märchensammlung von Schönwerth auseinandergesetzt und verschiedene Texte illustriert haben. Für „Prinz Roßzwifl“ ist dies die Regensburger Zeichnerin Barbara Stefan. Auch ihr gilt unser herzlicher Willkommensgruß!

Nicht minder herzlich grüße ich Eva König, die den heutigen Abend mit ihrer Harfe musikalisch umrahmt. Auch darauf freuen wir uns – denn wie hat der österreichische Dichter Georg Trakl so treffend und für den heutigen Abend passend formuliert: „Die Welt ohne Märchen und Mythen bliebe klanglos wie ein Leben ohne Musik.“ Herzlich willkommen, liebe Eva König!

Schließlich gilt unser Gruß auch einem Mann, ohne dessen Zutun dieses neue Märchenbuch heute nicht vorgestellt werden könnte. Herzlich willkommen dem Verleger Dr. Peter Morsbach!

Unser Unternehmen ist bekannt dafür, dass die Idee vom gesellschaftlichen Engagement eine feste Verankerung besitzt. Ich denke an den „Kulturpreis Bayern“, dessen Vorläufer vor über 50 Jahren als „Kulturpreis Ostbayern“ unseres Vorgängerunternehmens ins Leben gerufen worden ist. Aber ich denke auch an zahlreiche Partnerschaften und Unterstützungen gerade in den Bereichen Kultur, Brauchtum und Tradition – drei Bereiche, denen wir auch in Zukunft unser Augenmerk widmen wollen.

Im ganzen Jahr 2010 stand Franz Xaver von Schönwerth im Mittelpunkt vieler Veröffentlichungen und Veranstaltungen. Vor 200 Jahren wurde er in Amberg geboren, machte Karriere am bayerischen Königshof – und sammelte bei seinen Landsleuten Märchen, Sagen, Legenden und Bräuche. Er zeichnete alles akribisch auf, erreichte aber seine Landsleute damit nicht. Seine Veröffentlichungen fanden kaum Käufer, vieles lagert noch bis heute in Archiven. Zusammen mit der Schönwerth-Gesellschaft haben wir uns als E.ON Bayern zum Ziel gesetzt, ihn zu seinem 200. Geburtstag zurück in die Oberpfalz zu holen und seinen Landsleuten die Bedeutung seiner volkskundlichen Arbeit zu verdeutlichen. Ohne die Sammlungen Schönwerths wüssten wir so gut wie nichts über das Leben sowie die Alltags- und Erzählkultur unserer Vorfahren im 19. Jahrhundert. Und gerade deshalb sind wir als Mitglied der stetig wachsenden „Schönwerth-Gemeinde“ offizieller Partner dieses Schönwerth-Jahres 2010.

Mit der heutigen Buchvorstellung mit noch unentdeckten Märchen aus der Sammlung des Franz Xaver von Schönwerth setzen wir einen Schlusspunkt unter das „Schönwerth-Jahr 2010“ – ein durchaus erfolgreiches Jahr mit einer Vielzahl von kleineren Veranstaltungen, aber auch mit über 3.000 Besuchern bei unserem Märchen- und Sagentag mit der Heimkehr Schönwerths in die Oberpfalz. Dieser bedeutende Sohn der Oberpfalz blieb bis in unsere Zeit außer bei wenigen Experten in seiner Heimat unbekannt. Der Wert seiner volkskundlichen Sammlungen wurde ebenfalls nicht erkannt. Es sollte noch viele Jahre dauern, bis sich die Heimkehr Schönwerths in die Oberpfalz verwirklichen sollte. Die vielseitige und umfangreiche Tätigkeit der Schönwerth-Gesellschaft, aber auch die tatkräftige Hilfe von E.ON Bayern als Partner des Schönwerth-Jahres 2010 machten dies möglich.

„Gebt mir Märchen und Sagen zum Lesen, denn in ihnen ist der Keim zu allem Schönen, Großen und Guten enthalten.“ Mit diesen Worten verdeutlichte kein Geringerer als Friedrich Schiller die große Bedeutung, die Märchen und Sagen für ihn und sein literarisches Schaffen besaßen. Der „Keim zu allem Schönen, Großen und Guten“ – dieser „Keim“ ist von immenser Bedeutung für all das, was wir heute unter den Schlagworten Kultur, Brauchtum und Tradition zusammenfassen.

Nehmen wir dieses neue Oberpfälzer Märchenbuch als Dokumentation dieses Verstehens von Kultur, Brauchtum und Tradition einerseits, aber auch als Anregung für das Leben, mit dem Überlieferten die eigene Zukunft zu bereichern – für alle Generationen, für alle Bereiche der Gesellschaft. Denn Kultur, Brauchtum und Tradition waren, sind und bleiben Lebens- und Überlebensmittel für eine Region. Solch ein Bewusstsein tut einer Gesellschaft gut. Daraus schöpfen wir Kraft, Selbstbewusstsein und Identität.

Dem „Prinz Roßzwifl“ wünsche ich viele interessierte Leser, viel Erfolg und einen festen Platz in den Bücherregalen unserer Familien!

Nehmen wir jetzt also Platz auf den Flügeln von „Prinz Roßzwifl“ und unternehmen wir eine Reise in die Märchenwelt der Oberpfalz des 19. Jahrhunderts. Sind Sie dazu bereit? Na dann: Guten Flug!

Thomas Barth
Vorstandsvorsitzender der E.ON Bayern AG

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