Das dumme Weib - Die große Not

Wieder ging der Mann in den Wald um Holz zu schlagen. Da gab er dem Weib ein Säckchen mit Geld und ermahnte sie, es fein sorgsam aufzubewahren, bis die große Not käme. Das Weib versprach, es zu tun. Wie der Mann nun fort war, kam ein alter Bettler und bat um Almosen. Seine Not wäre gar so groß. "Also bist du die große Not?" fragte ihn die Frau verwundert. "Ja, wohl", sagte der Bettler. Da gab sie ihm das Säckchen Geld und war froh, die Sorge des weiteren Aufbewahrens los zu sein. Abends, wie ihr Mann nach Hause kommt, läuft sie ihm entgegen und erzählt ihm voll Freude, dass die große Not schon da gewesen sei und das Säckchen mit Geld geholt habe.

Da war der Mann sehr zornig und sagte: "Nun, da deine Dummheit uns um Hab und Gut gebracht hat, so bleibt uns nichts übrig, als dass wir zusammenpacken und weiterziehen." Das Weib war es zufrieden, und so nahmen sie denn ihre Sachen zusammen und zogen weiter. Wie sie auf dem Weg eine Zeitlang gegangen waren, meinte der Mann, das Weib sollte doch noch umkehren und das Beste vom Hause noch mitnehmen. Da ging das gute Weib hin, nahm die Tür aus der Stube und brachte sie. Denn sie glaubte, diese sei das Beste am ganzen Hause.