Das dumme Weib - Die nackten Birken

Wie wieder Markttag war, gab er ihr ein Stück Leinwand, um es zu verkaufen. Das Weiblein musste durch ein Birkenwäldchen gehen. Da sah sie, dass die Birken ganz nackt dastünden. Auch ging ein starker kalter Wind, dass sie fror. So sagte sie zu den Birken: "O ihr armen Dinger, wie muss euch frieren, da ihr nicht einmal ein Hemd anhabt. Friert mich schon so arg, und hab ich noch mein Gewand an." Sie riss daher ihre Leinwand in Streifen und band um jede Birke einen, so lange es eben reichte. "Nun habt ihr doch wenigstens einen warmen Fleck", tröstete sie die Bäume und ging dann wieder heim.
Wie sie nach Hause kam, fragte sie der Mann, ob sie die Leinwand gut verkauft habe. "Ach nein", erwiderte klagend das Weib: "Sieh, lieber Mann, wie ich so ging, kam ich in einen Wald, und standen die Birken ganz nackend da und hatten kalt, weil ein scharfer Wind ging. Ich konnte es nicht über das Herz bringen, sie so frieren zu sehen, sondern machte aus der Leinwand, die du mir mitgabst, lauter Binden und wickelte damit die armen Bäume ein, damit doch ein Fleck von ihnen warm bleibe."
"O du einfältiges Weib", zürnte der Mann, "du machst mich mit deiner Dummheit noch ganz arm."